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Sevilla Strategy

Anfangs war das MAB-Programm nur ein weiteres von vielen internationalen Forschungsprogrammen. Bei der Ausweisung der ersten Biosphärenreservate ab 1976 standen die Naturschutz- und Forschungsinteressen noch klar im Vordergrund. Die Einbindung des Menschen mit seinem Leben und Wirtschaften in der Natur wurde wenig berücksichtigt. Viele Gebiete waren bereits vor der Nominierung durch die UNESCO als Nationalparks oder Naturreservate unter besonderen Schutz gestellt. In den meisten Fällen wurden weder neue Flächen noch Funktionen hinzugefügt. In dieser Anfangsphase waren die Biosphärenreservate weit davon entfernt, ihre Funktion als weltweit koordiniertes Netzwerk zur Umweltbeobachtung und Erprobung von nachhaltigen Nutzungsstrategien zu erfüllen. Das änderte sich mit der Konferenz, die 1995 in Sevilla (Spanien) stattfand. Sie setzte einen Meilenstein in der Entwicklung des Biosphärenreservatkonzepts. Entscheidender Fortschritt war die Erkenntnis, dass der Schutz der biologischen Vielfalt nicht mehr isoliert von den Bedürfnissen der Menschen gesehen werden kann. Seither teilt sich die Geschichte des MAB-Programms in VOR Sevilla und NACH Sevilla. Die verabschiedeten „Internationalen Leitlinien für das Weltnetz der Biosphärenreservate“ betonten die aktive Rolle des Menschen. Er soll als integraler Bestandteil in Biosphärenreservaten leben und mit dem Ziel wirtschaften, seine natürliche Umwelt langfristig zu erhalten. Gerade bei der Planung von neuen Biosphärenreservaten ist die Beteiligung aller Interessensgruppen vor Ort und die Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten entscheidend. Die gleichzeitig beschlossene „Sevilla-Strategie“ enthält 90 Empfehlungen, die auf globaler, nationaler oder regionaler Ebene erfüllt werden sollen. Diese Richtlinien sind zwar nicht völkerrechtlich bindend, UNESCO-Mitgliedsstaaten wie Österreich verpflichten sich aber freiwillig, die Kriterien bei der Einrichtung von Biosphärenreservaten einzuhalten.

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