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Anerkennung zum

Überreichung der Internationalen Anerkennung zum Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge
Josef Fanninger / Boshra Salem / Dietmar Rossmann

“Biosphärenpark

Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge“

 

Am 11. Juli 2012 war es endlich soweit. Nach 8-jähriger, intensiver Vorarbeit erhielten die Kärntner Nockberge die UNESCO Auszeichnung zum „Biosphärenpark – Modellregion für nachhaltige Entwicklung“. Da geteilte Freude doppelte Freude bedeutet, dürfen wir auch dem Salzburger Lungau zur selbigen Anerkennung gratulieren. Somit wird der „Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge“ geschaffen.

Banges Warten auf die Entscheidung 

Gemeinsam mit Josef Fanninger vom Salzburger Lungau wartete Nationalparkdirektor Dietmar Rossmann auf die Entscheidung der UNESCO. Vorsitzende Boshra Salem verkündete im UNESCO Hauptquartier in Paris dann die Ergebnisse. Die Einreichungen beider Regionen wurden positiv beurteilt, und sie dürfen sich jetzt in die Liste der insgesamt 598 Biosphärenparks aus 117 Ländern einreihen. Besonders hob das UNESCO-Gremium die intensive Zusammenarbeit mit der Bevölkerung hervor. 

Die gesamte Region profitiert

Die UNESCO-Auszeichnung birgt große Chancen und viele Vorteile für das gesamte Gebiet rund um die Nockberge. Neben der Bewusstseinsbildung für einen nachhaltigen Umgang mit den Ressourcen der Region geht es auch darum, ein Qualitätsprädikat für den Tourismus zu entwickeln. So werden neue Netzwerke und Kooperationen entstehen, um den ansässigen Betrieben ein Gütesiegel für Regionalität und Qualität zu bieten. Im internationalen Tourismus-Wettbewerb sind solche Maßnahmen unumgänglich, da es für kleinere Gebiete immer schwieriger wird, das Interesse potenzieller Urlaubsgäste auf die eigenen Angebote zu lenken. Starke Motoren wie internationale Auszeichnungen und Prädikate wie der UNESCO-Biosphärenpark bringen uns vorwärts und sichern eine erfolgreiche Zukunft.

Biosphäre als Qualitätssiegel der besonderen Art

Biosphäre heißt Lebensraum schaffen, wertvolle Bereiche für Mensch und Umwelt erhalten sowie Wirtschaft und Tradition in Einklang zu bringen. Um als Biosphärenpark anerkannt zu werden, müssen ein steiniger Weg begangen werden und bestimmte Kriterien, wie die Festlegung von Naturschutzgebieten, erfüllt werden. So muss ein Biosphärenpark zu mindestens 5 Prozent aus einer Naturzone und zu mindestens 20 Prozent aus einer Pflegezone bestehen. Der Rest ist die sogenannte Entwicklungszone. Hauptaugenmerk liegt hierbei auf der wirtschaftlich dynamischen Weiterentwicklung des Gebietes.

Was steckt hinter dem Biosphärenpark? 

Die Philosophie eines Biosphärenparks besteht aus zahlreichen Werten, um die Region zu schützen und forcieren. Angefangen beim Erhalt von Landschaft (schützenswerte Lebensräume und Kulturlandschaft) über das Bewahren kultureller Vielfalt und Brauchtum bis hin zum Einbezug der Bevölkerung in die Entwicklung der Region sowie die Koordination der touristischen, wirtschaftlichen, bildungs und forschungsrelevanten Aktivitäten und Projekte und umfassende Kooperationen.

Ziele und Ausblick

Dem Biosphärenpark Kärntner Nockberge gehören die Gemeinden Krems in Kärnten, Radenthein, Bad Kleinkirchheim und Reichenau an. Unsere Ziele sind es, die Kulturlandschaft zu erhalten, die wirtschaftliche Lebensgrundlage zu sichern, die Beständigkeit wertvoller Lebensräume sowie die nachhaltige Weiterentwicklung der Region zu fördern.

Vorarbeiten zum Biosphärenpark

Biosphärenpark - Status

Seit einigen Jahren wurde die Umwandlung des Nationalparks Nockberge in einen Biosphärenpark diskutiert. In dieser Zeit wurden neben ausführlicher Informationsarbeit auch der rechtliche sowie finanzielle Rahmen für den Biosphärenpark geschaffen. Gemeinsam mit der Kammer für Land- und Forstwirtschaft entwickelten wir ein modernes Vertragsnaturschutzmodell für die Grundeigentümer. Dennoch waren bisher zu wenige GrundeigentümerInnen bereit, Flächen in die Naturzone einzubringen. Ängste um Beschränkungen und die fast gänzlich unbekannte Bezeichnung „Biosphärenpark“ tragen zur Verunsicherung bei. Trotz einer Vielzahl an Besprechungen und Veranstaltungen konnte keine genügend positive Grundstimmung beobachtet werden. Daher bleiben die Nockberge vorläufig weder ein international noch national anerkannter Nationalpark. Die aktuelle Situation stellt einen vertragslosen Zustand dar. Es gilt jedoch auch weiterhin das Versprechen, nichts gegen den Willen der Grundbesitzer zu tun.

Ziele

  • eigenständige Energieversorgung des Schutzgebietes
  • Einführung des regionalen Naturschutzplans
  • Einführung des Naturschutzplans auf der Alm
  • interregionales Verkehrssystem
  • Stärkung des Tourismus
  • Wissenschaft und Forschung – langfristiges Forschungskonzept sowie transnationale, von Seiten der EU kofinanzierte Forschungsprojekte mit interdisziplinären Inhalten

 

Ausblick

In Zukunft sollen verstärkt „regionale Initiativen“ dazu beitragen, positive Überzeugungsarbeit zu leisten. Diese Initiativen konzentrieren sich auf drei Schwerpunkte:

  • Energie
  • naturverträgliche Landwirtschaft
  • innovative regionale Verkehrslösungen

Die gesamte Biosphärenparkentwicklung wurde und wird von einem großangelegten Partizipationsprozess begleitet. Die unterschiedlichen Meinungen und Argumente der Parkbewohner und Grundeigentümer sind uns sehr wichtig. Bürgerbeteiligungsprozesse sind auch eine Grundvoraussetzung von Biosphärenparks. Mit Stand Ende 2009 wurden folgende partizipative Veranstaltungen durchgeführt:

Die Entwicklung zum Biosphärenpark in Zahlen gefasst:

  • 106 Besprechungen mit Beteiligten
  • 98 Sitzungen zur regionalen Entwicklung
  • 22 Treffen des Projekt-Koordinations-Teams
  • 280 Verhandlungen mit 102 Besitzeinheiten
  • 36 regionale Informationsveranstaltungen
  • 45 Sprechtage für Grundbesitzer
  • 16 Begehungen/Bereisungen in der Region
  • 12 Workshops
  • 7 Exkursionstage in anderen Biosphärenparks
  • diverse Präsentationen bei Messen und Veranstaltungen
Veranstaltungen im Biosphärenpark Nockberge
Sommerprogramm 2013
Tourenkarte der Region Nockberge
Infos zu Biosphärenpark Nockberge
Erlebniswege Innerkrems Turracher Höhe  Nockberge
Giro dei Parchi
Silva Magica


Sommer 2017
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