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Stengelloser Enzian

Stengelloser Enzian
Stengelloser Enzian

Gentiana clusii 

Der Clusius-Enzian, auch Echter Alpenenzian oder Kalk-Glocken-Enzian genannt, ist eine sehr niedrig wachsende Enzianart mit einer einzelnen Glockenblüte auf einem extrem kurzen Stängel. Clusius-Enzian wird die Pflanze nach dem Arzt und Naturforscher Charles de l’Ècluse (lateinisiert Clusius, 1526 – 1609) genannt, der diese Pflanze das erste Mal beschrieb. Der Clusius-Enzian und der Kochsche Enzian wurden früher als Gesamtart zusammengefasst. Heute jedoch werden sie als zwei getrennte Arten geführt da sie sich eindeutig an den breiteren Rosettenblätter und stumpfen Buchten zwischen den Kelchblättern (Kochsche Enzian) unterscheiden. Außerdem ist die azurblaue Blütenglocke des Kochschen Enzian am Schlund mit fünf grünen Flecken versehen, Durch das Fehlen dieser Flecken wirkt der Clusius-Enzian intensiver blau.

Der Clusius-Enzian wächst auf hoch gelegenen, mageren und kalkhaltigem Trockenrasen oder auf Kiesgrund in den Alpen.

Der Stengellose Enzian war früher in verschiedenen Rasen und Matten geradezu massenhaft anzutreffen. Heute ist er leider durch maßloses Pflücken und Ausgraben in letzter Zeit aber vor allem durch das Aufbringen von Kunstdünger spärlich geworden, stellenweise sogar ausgerottet.

Wie bei allen Enzianarten wird die Wurzel zur Herstellung von Spirituosen und Medizin verwendet, die bei äußeren Verletzungen hilfreich sein soll.

Wussten Sie, dass der Enzian wegen der seltenen intensiv blauen Farbe als Symbol der Treue gilt, und er schon im Mittelalter als Aphrodisiakum bekannt war? Zu diesem Zweck musste man ihn am Johannestag bei Sonnenaufgang mit einer goldenen Schaufel ausgraben. Außerdem sollte die gespaltene Enzianwurzel gegen Verwundungen, Hexerei, Viehseuchen und Hundebiss schützen. Negativ wirkte sich im Sympathiezauber die blaue Farbe aus: Enzian zieht Blitze an, daher durfte man ihn nicht pflücken.

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