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Sumpf-Herzblatt

Sumpf-Herzblatt
Sumpf-Herzblatt

Parnassia palustris 

Das Sumpf-Herzblatt ist eine Pflanzenart der Gattung Herzblatt und in Mitteleuropa der einzige Vertreter der Familie der Herzblattgewächse. Es wird auch als Studentenröschen bezeichnet. Die Blüten täuschen den Besuchern Nektar weitgehend nur vor, bieten ihnen jedoch in der Blütenmitte einen Platz zum Aufwärmen. Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe von fünf bis 30 Zentimetern. Die zwei bis zwölf herzförmigen Grundblättern werden zwischen ein und vier Zentimeter lang. Sie sind wie der Rest der Pflanze kahl. Der kantige Stängel hat in der unteren Hälfte meist ein sitzendes, tief herzförmiges, stängelumfassendes Blatt, das gelegentlich fehlen kann. Selten sind auch zwei Stängelblätter vorhanden. Am einköpfigen Stängel sitzt eine 10 bis 30 Millimeter breite, weiße Blüte.

Die Pflanze gedeiht von der Ebene bis ins Gebirge. Als Standort werden sumpfige Wiesen, Quellflure und Flachmoore bevorzugt. Das Sumpf-Herzblatt gedeiht aber auch auf Böschungen, die bei Regen aus dem Graben Wasser ziehen können. Es bevorzugt sickerfeuchte, etwas kalkhaltige Böden, aber auch feuchte Kalkmagerrasen. In alpinen Regionen wächst die Pflanze häufig im Rostseggenrasen. Auf den Blättern wachsen verschiedene parasitische Pilze: Der Schlauchpilz ruft orangerote Flecken hervor. Weitere Pilzparasiten sind der Rostpilz sowie der imperfekte Pilz.

Die Pflanze findet heute keine Verwendung mehr, wurde früher jedoch offiziell als Mittel gegen Herzklopfen geführt. Weiters wurde versucht, Augenkrankheiten, Leberleiden und Durchfall mit ihr zu kurieren. Als volkstümliches mittel fand die Pflanze in Bier gekocht Verwendung gegen Magenbeschwerden.

Wussten Sie, dass die parabolspiegelartigen, weißen Kronblätter das Sonnenlicht sammeln und fokussieren, so dass die Blüten an kalten Tagen gern von Insekten als Platz zum Aufwärmen aufgesucht werden, die dabei die Bestäubung durchführen? Entsprechende Eigenschaften wurden auch bei einer weißblühenden Mohnart der kanadischen Arktis und einer Unterart der Silberwurz nachgewiesen.

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