GEO-Tag der Natur 2019

 

„Vielfalt an den Ufern und Berghängen des Millstätter Sees“

Mit dem bisher 4. GEO-Tag der Artenvielfalt (nunmehr Tag der Natur) sollte ein weiterer Mosaikstein zur wissenschaftlichen Arteninventur des Kärntner Teils des Biosphärenparks gelegt werden. Am 17. und 18. Mai 2019 stand die „Vielfalt an den Ufern und Berghängen des Millstätter Sees“ im Fokus.

Die 45 geladenen ForscherInnen hatten 24 Stunden Zeit, möglichst viele Tier-, Pflanzen- und Pilzarten im abgegrenzten Untersuchungsgebiet am Ostufer des Millstätter Sees und in den umgebenden Berghängen von Döbriach und Radenthein festzustellen. Unter Einsatz einer großen Methodenvielfalt konnten in Summe mindestens 1166 verschie­dene Arten nachgewiesen werden. Das Artenspektrum verteilt sich auf 457 Gefäßpflanzen, 88 Moose, 112 Pilze, 103 Flechten und 406 Tiere. Die Tierwelt gliedert sich in 5 Urinsekten-, 257 Insekten-, 4 Tausendfüßler-, 53 Spinnentier-, 4 Krebstier-, 10 Weichtier- sowie 73 Wirbeltierarten.

Seltene Entdeckungen

Sehr zur Freude aller Beteiligten, wurden auch Arten entdeckt, welche im Biosphärenpark und österreichweit noch nicht bekannt waren.

Dazu zählt z.B. der seltene, gefährdete und geschützte Milchweiße Wachsrindenpilz. Ebenfalls erstmals für Kärnten aufgenommen wurden die Flechtenarten Ungelappte Staubflechte, Rissige Steinchenflechte und die Starre Bartflechte. Weitere Pflanzen-Entdeckungen waren u.a. neben zahlreichen Orchideen, auch der Grünspitz-Streifenfarn und der seltene Immergrün-Streifenfarn, sowie die Arznei-Primel. Aus dem Tierreich wurden vor allem bei der Gruppe der Wirbellosen einige für die Forschung interessante Arten entdeckt. Neu für den Biosphärenpark sind z. B. die Weberknechtarten Kleiner Brettkanker, der seltene kleine Zehndorn sowie die in Kärnten seltene Maskenspinne. Außerdem wurde der bekannte Felsenspringer Machilis tirolensis, die Schwebfliegen „Volucella bombylans“, „Xanthogramma laetum“ und „Criorhina asilica“, der Wollschweber „Bombylius cinerascens“, sowie die Riesen-Schnake „Tipula maxima“ entdeckt. Mit der Haarmücke „Bibio longipes“ gelang zudem ein Erstnachweis für Österreich.

Berufsfischer Günther Palle präsentierte dutzende Fischarten aus nächster Nähe, darunter eine Reinanke oder Felche, Seeforellen, Welse, Flussbarsche und Schleien.